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Ratgeber Kunststoffoberflächen

Eigenschaften

Produkte aus Kunststoff sind aus unserem täglichen Leben kaum mehr wegzudenken. Dabei wird Kunststoff schon weitaus länger genutzt als die meisten Menschen annehmen würden. Bereits Neandertaler und steinzeitliche Homo sapiens nutzten das aus Birkenrinde durch Trockendestillation gewonnene Birkenpech als Klebstoff bei der Herstellung von Werkzeugen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden von Naturforschern auf Reisen beispielsweise nach Malaysia und Brasilien auch aus anderen Pflanzen Säfte gewonnen und auf ihre Nutzbarkeit geprüft. Aus milchigen Baumsäften wurden elastische Massen, Kautschuk, gewonnen und von den Forschern mitgebracht. In Deutschland wurde für diese Produkte der Begriff GUMMI eingeführt. Basierend auf dieser Entdeckung entwickelte sich Mitte des 19. Jahrhunderts eine Gummi-Industrie. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde stets weiter geforscht, so dass immer wieder neue Produkte auf Basis dieser elastischen Massen erfunden wurden. So wurde auch der Grundstein dafür gelegt, dass Möbel mit Kunststoffoberflächen, beispielsweise Melamin, hergestellt werden konnten. Möbel mit Kunststoffoberfläche haben längst in alle Wohnbereiche Einzug gehalten, da sie besonders pflegeleicht und kratzunempfindlich sind. Je nach Verwendungszweck und gewünschter Optik werden verschiedene Verfahren und Materialien angewandt, um Möbel mit Kunststoff-Oberflächen oder gar reine Kunststoffmöbel herzustellen.

Kunststoffbeschichtete Spanplatten

Spanplatten bestehen aus zusammengeleimten, gepressten Holzspänen und werden oft in der Möbelproduktion eingesetzt. Holz, welches nicht für die Herstellung von Massivholzmöbeln geeignet ist, wird hierfür verarbeitet. Diese Verarbeitungsform schont die Ressource Holz am meisten. Spanplatten werden meist mit Kunststoff beschichtet, dienen aber auch anderen Oberflächenveredelungen, etwa Furnier, als Grundlage. Wird die Spanplatte mit Kunststoff beschichtet, wird dafür die Kunststoffbeschichtung in Form von Folien in mehreren Schichten auf die Platte aufgetragen. So können verschiedene Farbeffekte, aber auch Holznachbildungen erzeugt werden. Kunststoffbeschichtete Spanplatten sind besonders pflegeleicht und bei entsprechender Qualität sowie guter Pflege extrem robust.

HPL- und CPL-Platten

Besonders feuchtigkeitsresistent sind die ausschließlich auf Spanplatten aufgeleimten HPL- und CPL-Platten. Sie gehören zu den belastbarsten Möbeloberflächen. Aus diesem Grund werden sie bevorzugt für Küchen- und Badmöbel verwendet. Bei HPL- und CPL-Platten handelt es sich um dekorative Schichtpressstoffplatten. Sie bestehen aus einzelnen Papierbahnen, welche mit einem duroplastischen Kunstharz getränkt sind. Durch Hitze und Druck werden diese unlösbar miteinander verpresst. So entstehen Kunststoffplatten, die sich durch ausdauernde Härte, große Festigkeit und porenlose Oberflächen auszeichnen. Dadurch sind sie feuchtigkeitsresistent und weitestgehend unempfindlich gegen die meist im Badezimmer auftretenden thermischen sowie mechanischen Einflüsse, werden auf Grund der hohen Belastbarkeit aber bevorzugt für die Herstellung von Küchenmöbeln eingesetzt. Als Dekor erhalten diese Schichtpressstoffplatten mit einer Holz- oder Steinnachbildung oder mit einem Fantasiemuster versehene Papiere.

KF-Platten

Hinter KF-Platten verbergen sich die sogenannten kunststoffbeschichteten dekorativen Flachpressplatten, denen im Vergleich zu den HPL- und CPL-Platten bei dieser Art der Kunststoffbeschichtung die Kernpapiere fehlen. Bei KF-Platten werden Dekor und Überpresser auf die Spanplatten als Direktbeschichtung aufgebracht. Dieses einfachere Herstellungsverfahren ist wesentlich preiswerter als das der HPL- und CPL-Platten, aber dennoch erfüllen die KF-Platten alle Anforderungen, die an Möbeloberflächen im Bad gestellt werden. Jedoch sind sie auch in anderen Bereichen des Möbelbaus anzutreffen, da sie in vielen unterschiedlichen Farben sowie in allerlei Designs hergestellt werden können. Je nach Hersteller werden abweichende Bezeichnungen für die KF-Platten verwendet, etwa melaminharzbeschichtete, beidseitig- oder direktbeschichtete Spanplatte.

Folienbeschichtungen

Als feste Kunststoffbeschichtung, vorzugsweise von Badmöbeln, sind auch Folienbeschichtungen anzutreffen. Unter duroplastischen Möbelfolien versteht man etwa melaminharzgetränktes Dekorpapier, welches zudem noch mit einem Schutzlack beschichtet werden kann. Mit ihnen kann, z. B. durch Realpore, eine besonders naturnahe Holznachbildung erzeugt werden. Außerdem sind duroplastische Folien sehr strapazierfähig, besonders pflegeleicht sowie nahezu völlig farbbeständig.
Eine thermoplastische Folienoberfläche hingegen verbirgt sich hinter der Beschreibung "MDF-Platte rundum mit Kofferfräsung. Oberfläche Folie mit Holzstruktur". Mit dieser Art der Kunststoffbeschichtung lassen sich sowohl Kantenrundungen als auch Fräsungen beschichten, was hingegen mit den duroplastischen Folien nicht möglich ist. Auf Grund des feinen, homogenen Aufbaus verwendet man für die thermoplastische Folie eine MDF-Platte als Trägerplatte, da sich bei einer Spanplatte die groben Späne der Mittellage abzeichnen würden.

Kunststoffbeschichtete MDF-Platten

Die Abkürzung MDF-Platte steht für Mitteldichtefaserplatte. MDF-Platten und Spanplatten unterscheiden sich dadurch, dass bei der Herstellung von MDF-Platten statt Holzspänen feinstzerfasertes Holz zu einer Platte zusammengeleimt und gepresst wird. MDF-Platten weisen aufgrund dieser Verarbeitung eine besonders hohe Bruch- und Biegefestigkeit auf. Wie Spanplatten werden auch MDF-Platten mit Kunststoff beschichtet, furniert oder mit anderen Verfahren veredelt. Kunststoffbeschichtete MDF-Platten sind wie kunststoffbeschichtete Spanplatten besonders pflegeleicht und bei entsprechender Qualität sowie guter Pflege sehr robust.

Besonderheiten

Kunststoff, umgangssprachlich auch als Plastik bezeichnet, ist ein unglaublich vielseitiges Material, welches, wie der Name schon vermuten lässt, künstlich hergestellt wird. Besonders hervorzuheben sind die technischen Eigenschaften von Kunststoff: hohe Bruchfestigkeit, beachtliche Härte, geringes Gewicht, starke Elastizität sowie beachtliche Formbarkeit, große Temperatur- und Wärmeformbeständigkeit. Daraus ergeben sich einige Vorteile, wie etwa ein geringer Pflegeaufwand und nahezu unendlich viele Verwendungsmöglichkeiten. Bei unsachgemäßer Behandlung mit Chemikalien, durch übermäßige Hitzeeinwirkung oder durch UV-Strahlung kann Kunststoff spröde werden.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir für alle selbstverschuldeten Schäden keine Haftung übernehmen können.

Reinigung & Pflege

Allgemeine Reinigung

Möbel mit einer Kunststoffoberfläche sind pflegeleicht. Kunststoffoberflächen werden mit einem nebelfeuchten Tuch gereinigt. Es empfehlen sich Baumwolltücher, auf Mikrofasertücher sollte hier verzichtet werden.
Scheuermöbel dürfen hier auf keinen Fall zum Einsatz kommen, da diese kleine Schleifpartikel enthalten, die die Möbeloberfläche angreifen und Kratzer verursachen. Verwendete Reinigungsmittel müssen auf jeden Fall säurefrei sein, um die Oberfläche nicht irreversibel zu schädigen. Keinesfalls für die Reinigung zu verwenden sind also lösungsmittelhaltige Reiniger, Entkalker, Spiritus, Aceton bzw. Propanon und Nagellackentferner sowie Hilfsmittel wie Bürsten, Stahlwolle oder Topfkratzer.

Flecken und Wasserrückstände

Bei hartnäckigen Verschmutzungen können Sie dem Wasser ein wenig lösemittelfreies Pflegemittel zusetzen. Nach der feuchten Reinigung unbedingt gründlich trockenreiben, um eventuelle Schlierenbildung zu verhindern. Vermeiden Sie Feuchtigkeit entlang aller Kanten und Fugen. Je trockener der Lappen, mit dem die Oberfläche gereinigt wird, desto besser.

Unterhaltspflege

Im Handel werden verschiedene Kunststoffreiniger angeboten. Mit einer speziellen Möbelpolitur lassen sich etwa Flecken und Kratzer entfernen. Einige Spezialmittel besitzen etwa eine antistatische Wirkung sowie reinigende und pflegende Substanzen, die sowohl Schmutzränder als auch Flecken verschwinden und gleichzeitig einen schönen Glanz hinterlassen. Andere Möbelpflegeprodukte eignen sich ebenfalls für Kunststoffoberflächen; achten Sie beim Kauf darauf, dass das Mittel explizit für die Reinigung und Pflege kunststoffbeschichteter Flächen geeignet ist.

Im Zweifelsfall ist bei größeren Problemen der Fachmann die beste Anlaufstelle.

Sonstiges

Möbel mit Kunststoffoberflächen sind pflegeleicht, denn sie bedürfen keiner besonderen Pflege. Ein Staubtuch oder gegebenenfalls ein wenig Wasser genügen in der Regel, um Kunststoffoberflächen sauber zu halten. Mit speziellen Kunststoffreinigern erzeugen Sie eine zusätzliche Oberflächenversiegelung und verzögern ein gegebenenfalls auftretendes Vergilben der Kunststoffoberfläche.

Für ängstliche Menschen ist diese Eigenschaft von Kunststoff elementar: Kunststoff ist ein Nichtleiter. Das bedeutet, dass Kunststoff keine beweglichen Ladungsträger (Elektronen) besitzt. Aus diesem Grund – hier kommt wieder die Vielseitigkeit des Materials zum Tragen – wird zum Ummanteln von Stromkabeln, aber auch als Isolationsmaterial meist Kunststoff eingesetzt.

Bitte beachten Sie stets die Pflege- und Reinigungshinweise des Herstellers, damit Ihnen möglicherweise bestehende Garantieansprüche nicht verloren gehen und um etwaige Schäden zu vermeiden.

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